Biologische Bekämpfung mit Nematoden

Nematoden - Eine Klasse für sich...

Nematoden werden auch als Fadenwürmer oder Älchen bezeichnet. Es ist eine Tierklasse, die ähnlich erfolgreich wie die der Insekten ist.

Sie stellt die individuenreichste Tiergruppe dar, deren Arten in fast allen Lebensräumen der Welt vorkommen.

Die meisten sind harmlose Bodenbewohner, manche Arten sind aber auch pflanzenschädlich oder human- oder tierpathogen. Alle Nematoden haben einen einfachen Bauplan, ohne Arme und Beine, die Muskelstränge verlaufen in Längsrichtung des Körpers.
Das Skelett ist ihr im Querschnitt runder unsegmentierter Muskelschlauch, der den Körper robust und unempfindlich gegen Außendruck macht.

 

Nematoden als Schädlingsbekämpfer: Insektenpathogen Nematoden

 

Alle insektenpathogenen Nematoden (IPN) durchlaufen vier Jugendstadien, die auch als „Larvenstadien" bezeichnet werden. Ausschließlich das 3. Larvenstadium, die sogenannte Dauerlarve, kann Insekten infizieren. Diese ist durch Ausbildung einer besonders dicken Larvenhaut gegenüber ungünstigen Umwelbedingungen besonders resistent.

Vor allem die Gattungen Heterorhabditis und Steinernema kommen als biologische Gegenspieler von Bodenschädlingen in Frage und werden für den Biologischen Pflanzenschutz produziert.

Nachdem die nur 0,4 bis 0,8 Millimeter langen Nematoden-Dauerlarven über chemische und physikalische Reize den Bodenschädling ausgemacht haben, dringen sie über Mund, After-, Atemöffnungen und die Haut in die Insektenlarve ein. Dabei dient der Gattung Heterorhabditis ein Zahn am Kopf als Werkzeug. Der gesamte Entwicklungszyklus einschließlich der Paarung findet dann im Insekt statt. Zur Abtötung der Schädlingslarven sind nicht die Nematoden sondern deren im Vorderdarm mitgeführte Bakterien verantwortlich. Die Nematoden leben somit in einer Symbiose mit den insektenpathogenen Bakterien. Für Menschen, Säugetiere und andere Nichtziel-Organismen sind diese harmlos.

Zur Abtötung einer Insektenlarve genügt es bereits, wenn zwei bis drei Nematoden-Dauerlarven eingedrungen sind. Nach drei bis vier Tagen stirbt das Wirtsinsekt und die Nematoden ernähren vom vorverdauten Insektengewebe und vermehren sich sehr schnell, so dass bereits nach 20 Tagen bis zu 300.000 neue Dauerlarven das tote Insekt verlassen. Sie nehmen dabei das symbiontische Bakterium auf und gehen wieder auf Schädlingssuche.

 

Die Ausbringung der Nematoden erfolgt, ähnlich wie die eines chemischen Pflanzenschutzmittels, mit der Gießkanne oder der Pflanzenschutzspritze nachdem das Substrat mit den Nützlingen in Wasser aufgelöst wurde.

Nützliche Nematoden lassen sich sowohl im Gewächshaus als auch im Freiland hervorragend zur Bekämpfung von Bodenschädlingen einsetzen. Der Wirkungsgrad übersteigt bei weitem den einer chemischen Behandlung. Bei richtiger Anwendung und günstigen Bedingungen werden bis zu 100% der vorhandenen Larven abgetötet.

Wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Nematodeneinsatz sind folgende Punkte:

 

             Die Bodentemperatur sollte mindestens 10°, besser 12°C und nicht über 30°C  betragen.

             Der Schädling muss sich im Larvenstadium befinden.

             Der Boden sollte nach der Behandlung feucht gehalten werden, damit sich die Nematoden im Boden  verteilen können.

 

Hier finden Sie die aktuellen Bodentemperaturen