Gartenlaubkäfer

Schadbild: Engerlinge des Gartenlaubkäfers haben diesen Rasen stark beschädigt.

 

Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola)

Aufgrund des Zeitpunktes ihres Schlüpfens werden Gartenlaubkäfer auch als Junikäfer bezeichnet. Sie sind jedoch deutlich kleiner und nur ein Jahr als Engerling im Boden.

 

Beschreibung:

Die nur ca. 10 mm langen Käfer sind braun gefärbt mit dunklem, grün-schwarzen Halsschild. Sie schlüpfen Ende Mai bis Anfang Juni in den Nachtstunden. Nach der Paarung, die meist gleich nach dem Schlüpfen erfolgt, vergraben sich die Weibchen, um mit der Eiablage zu beginnen. Der eigentliche Flug der Käfer erfolgt, wenn die Weibchen bereits über 80 % der Eier abgelegt haben. Typisch für den Gartenlaubkäfer sind Massenflüge am späten Vormittag und in der Mittagszeit, die nach erfolgtem Reifungsfraß der räumlichen Verbreitung der Käfer dienen. Hierbei können Strecken von drei bis vier Kilometer zurückgelegt werden.

Die Engerlinge werden bis zu 15 mm lang und sind meist stark gekrümmt. Typisches Erkennungsmerkmal ist eine kurze doppelte Dörnchenreihe am bauchseitigen Hinterleibsende, die noch im umgebenden Borstenfeld endet.

 

Entwicklung:

Der Entwicklungszyklus ist normalerweise einjährig. Die Weibchen legen ihre Eier fünf bis 16 Zentimeter tief in trockene, sandige Böden ab. Es werden Stellen im Rasen mit lückigem Bewuchs bevorzugt. Drei Wochen später schlüpfen die Engerlinge, die sich von Feinwurzeln im Rasen ernähren. Zur Überwinterung wandert das dritte und letzte Larvenstadium Mitte Oktober in tiefere Bodenschichten ab und Verpuppt sich erst im April. Die Puppenruhe dauert etwa vier Wochen. Zum Reifungsfraß werden verschiedene Laubbäume und Rosen angeflogen.

 

Schaden:

Da die Engerlinge oft in großer Dichte angetroffen werden, können gepflegte Rasenfläche stark geschädigt werden. Erste Symptome sind eine leicht anzuhebende Grasnarbe. Später entstehen durch Vertrocknen gelbe Flecken im Rasen. Zu diesem Schaden kommt häufig ein zweiter hinzu, denn Engerlinge sind bei Krähen, Dachsen und Wildschweinen eine beliebte Nahrungsergänzung. Auf der Jagd nach den schmackhaften Engerlingen wühlen sie den Rasen um und hinterlassen oftmals ein Feld der Verwüstung.

Der Reifungsfraß der Käfer ist für Obstbauern örtlich ein Problem. Gartenlaubkäfer fressen neben Blättern und Blüten auch junge Äpfel an, was zum frühzeitigen Fruchtfall führt. Hier können Lockstofffallen helfen, die einen synthetischen Fraßlockstoff enthalten und die zufliegenden Käfer abfangen.

 

Bekämpfung:

Einsatz von entomophagen Nematoden der Arten Heterorhabditis bacteriophora oder Heterorhabditis megidis. Die Nematoden dringen in Körperöffnungen der Engerlinge ein, geben dort ein Bakterium ab, das die Schädlinge innerhalb weniger Tage zum Absterben bringt. Der Wirkungsgrad ist erstaunlich hoch.


adulter Gartenlaubkäfer
adulter Gartenlaubkäfer

Weibchen des Gartenlaubkäfers mit Eiern