Maikäfer

Es gibt zwei Maikäfer-Arten, die bedeutende Schäden verursachen können:
Den Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) und den etwas kleineren Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani). Da die Biologie dieser beiden Arten sehr ähnlich ist und der Feldmaikäfer in gärtnerischen Kulturen deutlich häufiger vorkommt, wird nachfolgend stellvertretend diese Art beschrieben.

 

Beschreibung:

Die erwachsenen Käfer erreichen ein Größe von 25-30 mm, sind braun gefärbt und einen dunklen Halsschild. Der Hinterleib des Feldmaikäfers ist deutlich länger als die Flügeldecken und läuft spitz zu. Da die im Boden lebenden Engerlinge mehrjährig sind, können diese verschieden groß, bis 35 mm, sein. Sie sind in typischer weise C-förmig gekrümmt und mit drei Beinpaaren versehen. Kopfkapsel und Beine sind hellbraun, der Körper mit Ausnahme des dunklen Hinterleibendes ist cremefarbig.

Das Ende des bauchseitigen Hinterleibes weist ein doppelte Dörnchenreihe auf, die deutlich über das geschlossene Borstenfeld hinausgeht (s. Abb.)

 

Entwicklung:

Je nach Region schlüpfen die Käfer zwischen Ende April und Anfang Juni in der Abenddämmerung. Zur Paarung werden höhere Bäume und Waldränder angeflogen. Die Weibchen vollziehen hier den sogenannten Reifungsfraß, in dem sie nachts an Knospen, Blättern und Blüten diverser Bäume und Sträucher fressen. Erst nach Wochen findet die Eiablage statt. Hierzu fliegen die Weibchen Grünflächen und Jungpflanzenquartiere an und legen ihre Eier bis zu 20 cm tief in den Boden ab. Etwa vier Wochen später schlüpfen die Junglarven und beginnen mit dem Fraß an jungen Wurzeln. Die Engerlinge bleiben drei, teilweise auch vier bis fünf Jahre im Boden und durchlaufen drei Larvenstadien bevor sie sich in ca. 60cm Tiefe verpuppen. Die nach einer Puppenruhe von sechs Wochen schlüpfenden Jungkäfer verbleiben bis zum kommenden Frühjahr im Boden.

 

Schaden:

Sowohl Käfer, als auch Larven schädigen durch Fraß an Pflanzenteilen. Besonders die Engerlinge im zweiten und dritten Stadium können erhebliche Schäden an Jungpflanzen und Grünland verursachen. Dies kann bei starkem Befall zum Welken und Absterben der Pflanzen führen. Bei den sporadisch wiederkehrenden Massenauftreten können die erwachsenen Käfer Kahlfraß anrichten. Insbesondere Rosenkulturen sind durch Knospenfraß gefährdet.

 

Bekämpfung:

Engerlinge sind proteinreiche Leckerbissen für viele Vögel (Krähen, Amseln), Maulwurf, Igel und Spitzmaus, selbst für Dachse und Wildschweine. Daher sollte zum Schutz dieser Tiere auf den Einsatz der inzwischen hierfür auch verbotenen Insektizide verzichtet werden. Leider wirken die nützlichen entomophagen Nematoden (Heterorhabditis spp.) nicht gegen die Engerlinge des Maikäfers. Zwei Faktoren begünstigen die Ausbreitung der Maikäferplage besonders: Milde Winter und niedrige Grundwasserstände. Auf Standorten mit sandigen Böden oder mittels einer Drainage entwässerten Böden können die Engerlinge bei Frost in tiefere Bodenschichten abwandern. In zeitweise wassergesättigten Böden stirbt ein Großteil der Engerlinge über Winter ab. Das gilt auch für die im folgenden vorgestellten Engerlingsarten.