Maulwurfsgrillen (Werren)

(Gryllotalpa gryllotalpa)

 

Beschreibung:

Diese urtümlichen Insekten sind in Deutschland eher selten anzutreffen, kommen aber örtlich, vor allem auf leichten, warmen Böden im Süd-Westen Deutschlands, in hohen Populationsdichten vor. Sie gehören zusammen mit den Heuschrecken zur Ordnung der Springschrecken (Saltatoria), obwohl sie nicht springen, wohl aber etwas fliegen können. Die erwachsenen Grillen sind glänzend braun gefärbt, werden bis zu 6cm lang und verfügen an den Vorderbeinen über zwei kräftige Grabschaufeln mit vier Zacken an der Unterseite. Die beiden Flügelpaare entspringen unter dem großen Halsschild. Typisch sind auch die beiden fadenförmigen Flügelenden, die wie Hinterleibsanhänge erscheinen.

Durch das Reiben der Hinterbeine an den Kanten der Vorderflügel, dem sogenannten Stridulieren, können die Werren deutlich hörbare Schrilllaute erzeugen, womit die Männchen paarungsbereite Weibchen anlocken. Die Paarungszeit fällt in die Monate April bis Mai. Danach erfolgt die Eiablage in trichterförmige Erdnester in ca. 20cm Bodentiefe an sonnenexponierte Stellen. Jedes Weibchen legt 200 bis 300 gelblich gefärbte Eier je Nest ab. Manchmal fressen die Weibchen oberirdisches Pflanzenmaterial über den Nestern vollständig ab, um auf diese Weise für eine bessere Erwärmung durch Sonnenstrahlen im Nest zu sorgen. Dies führt dann im Rasenbereich zu typischen Schäden. Die schlüpfenden Jungtiere verbleiben bis zur Häutung zum zweiten Larvenstadium im Nest. Erst dann kommt es zu Fraßschäden. Das dritte Larvenstadium überwintert in tieferen Bodenschichten und stellt bis zum Frühjahr die Fraßtätigkeit ein. Als hemimetabole Insekten häuten sich die flügellosen Larven nach dem fünften Stadium zum adulten geflügelten Vollinsekt. Eine Verpuppung findet nicht statt.

Bei Gefahr graben sich die nachtaktiven Maulwurfsgrillen mit Hilfe von Kopf und Brustschild, die zusammen wie ein Pflug wirken, blitzschnell in den Boden.

 

Schaden:

Die Grillen leben gesellig in fingerdicken Gängen und fressen dicht unter der Erdoberfläche.

Maulwurfsgrillen ernähren sich von Pflanzenwurzeln und bodennahen Stängelteilen, fressen aber auch tierische Nahrung wie Insektenlarven, Regenwürmer und Nacktschnecken. Besonders gefährdet sind Jungpflanzen, die wahllos abgefressen werden. Durch die Wühltätigkeit entsteht ein weiterer Schaden.

 

Bekämpfung:

Einsatz von entomophagen Nematoden der Art Steinernema carpocapsae. Die Nematoden dringen in Körperöffnungen der Werren ein, geben dort ein Bakterium frei, das die Schädlinge innerhalb weniger Tage zum Absterben bringt. Weitere Informationen siehe Abschnitt Biologische Schädlingsbekämpfung mit entomophagen Nematoden.