Schnellkäfer - Drahtwürmer

Elateridae (Schnellkäfer)

Beschreibung: Drahtwürmer verdanken ihren Namen ihrer schlanken drahtartigen Körperform. Es sind die Larven der Schnellkäfer. Die drei Brustbeinpaare sind sehr kurz und werden auf den ersten Blick oft gar nicht wahrgenommen. Die gelblich-braunen Larven erreichen eine Länge von 2 bis 4 cm. Namensgebend ist die Fähigkeit der Käfer sich mit Hilfe eines speziellen Mechanismus von der Rückenlage durch Hochschnellen aus Gefahrensituationen zu bringen. Durch einen gut hörbaren Klick schnellen die Käfer bis zu 30cm hoch. Im englischen Sprachgebrauch werden sie daher auch als Clickbeetle bezeichnet. Ein Dorn auf der Unterseite der Brust ist für diese Fähigkeit verantwortlich. Er wird dafür aus seiner Ruheposition unter Spannung gegen den Untergrund geschnellt. Die Adulten sind flugfaule, meist dunkel gefärbte Käfer mit einem schlanken, elipsenförmigen Körper und einer Länge von 7 bis 12 mm. Von den verschiedenen Arten sind als Schädlinge zwei Gattungen von Bedeutung: Agriotes (Agriotes obscurus und A. lineatus) und Athous (z.B.Athous haemorrhoidales). Die Entwicklung im Boden dauert je nach Art bis zu fünf Jahre, wobei dann eine Körperlänge von bis zu drei cm erreicht werden kann. Die Verpuppung findet in bis zu 30cm tiefen Erdkammern. Die schlüpfenden Käfer verbleiben dort bis zum folgenden Frühjahr. Zwischen Mitte Mai und Juli findet man sie häufig an Blüten. Die Eiablage erfolgt zu je 40 bis 100 Eier, die in die obere Bodenschicht abgelegt werden.

 

Schaden: Sie sind in Europa, Nordamerika und Asien weit verbreitet und können eine Vielzahl von Kulturpflanzen schädigen (Salat, Kohl, Erdbeeren, Tomaten und Zwiebeln) Schädlich werden Drahtwürmer erst ab dem zweiten Jahr, da sie sich vorher von Humus ernähren. Später stehen Pflanzenwurzeln, Knollen und Rhizome auf ihrem Speisezettel. Gelegentlich fressen sie sogar in bodennahen Pflanzenstielen. In den Monaten März bis Mai sowie Juli bis September sind sie in geringer Bodentiefe zu finden. Außerhalb dieser Zeit wandern sie in bis zu 60cm tiefe Bodenschichten ab. Durch Wurzelfraß können Welkeerscheinungen auftreten, bis hin zum Absterben der Pflanzen. Wie alle Bodenschädlinge schaffen sie durch ihre Fraßtätigkeit Wunden, durch die Bakterien und Pilze in die Pflanze gelangen können. Besonders im Grünland unter einer geschlossen Pflanzendecke können sich Schnellkäfer vermehren. Daher sind besonders Folgekulturen nach Grünlandumbruch gefährdet. Einzelne Drahtwürmer sind meist nicht Besorgnis erregend. Die erwachsenen Käfer sind Blütenbesucher und damit selbst nicht schädlich.

 

 

Bekämpfungsmaßnahmen:

Da die Käfer saure, feuchte Böden bevorzugen kann Aufkalken helfen. Bodenbearbeitung in den Monaten Juni bis August und mechanische Unkrautbekämpfung stört die Larven. Auf Mulchen sollte verzichtet werden. Kreuzblütler oder Spinat anbauen oder Senf oder Kresse als Zwischensaat einbringen. Schaffen Sie Lebensräume natürlicher Feinde von Drahtwürmern wie Igel, Spitzmaus, Amsel, Rotschwanz und Kröten.